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Wer profitiert von den Olympischen Winterspielen in Graubünden 2022?

Geschrieben am 8.Februar.2013

Um die Olympia-Kandidatur zu lancieren, wurde der Verein "Olympische Winterspiele Graubünden 2022" gegründet. In einer vom Verein in Auftrag gegebenen Studie wurde die “volkswirtschaftliche Bedeutung” potenzieller Olympischer Winterspiele in Graubünden beziffert. Die Grossveranstaltung im Winter 2022 solle jählich 2 Prozent zum Bruttoinlandprodukt (BIP) des Kantons Graubünden beisteuern.  Wessen Netzwerke von einem Auftragsvolumen profitieren würden, untersuchen wir anhand einer kleinen Analyse  der "Arbeitsgruppe für Olympia 2022” in diesem Blogpost.

 

Die wirtschaftlichen Interessen der Olympia-Botschafter im Fokus

 

Das Grossprojekt soll nach Meinung der Befürworter die Bündner Wirtschaft ankurbeln und dem Kanton Einnahmen von 1,5 Milliarden bescheren. Nun geht der Abstimmungskampf in die heisse Phase. Nach der Absage der Finanzkommission des Bundes für eine Defizitgarantie, haben die Gegner des Projekts Auftrieb erhalten. Diese warnen von finanziell ruinösen Olympia-Spielen, deren Hauptlast der Bündner Steuerzahler zu tragen habe.

Nun: Wer würde bei einem Zuschlag für Graubünden vom resultierenden Auftragsvolumen profitieren? Wir haben uns die Arbeitsgruppe für Olympia 2022, bestehend aus den Mitgliedern des Vereins "Olympische Winterspiele Graubünden 2022", etwas genauer angeschaut und uns gefragt:  Wer sind die Promotoren für Olympia? Handelt es sich um gut vernetzte Wirtschaftspersönlichkeiten, die von allfälligen wirtschaftlichen Impulsen in ihrer Region profitieren würden?

 

Im unteren Bild die Mitglieder des Vereins "Olympische Winterspiele Graubünden 2022" (Bild anklicken) 

 


  • Der prominenteste Promotor ist Tarzisius Caviezel, ehemaliger Nationalrat der FDP. Mit 27 aktiven Mandaten ist er der Olympia-Befürworter mit den meisten Interessensbindungen. Diese entfallen grösstenteils auf Bündner KMus, die Installationen von unterschiedlichen Anlagen anbieten. Als Beispiel sei sein eigenes Unternehmen “Caviezel AG- Elektrotechnische Anlagen”genannt. Als eidgenössisch diplomierter Elektroinstalleur mit einem breiten Firmennetzwerk im Kanton Graubünden, dürfte sein Knowhow bei einem allfälligen Bau der Anlagen des Sportfestivals bestimmt gefragt werden. 

 

  • Hugo Wetzel, ebenfalls im Komitee vertreten, bietet mit seinem gleichnamigen Unternehmen “Wetzel AG” Beratungsdienste für Tourismus- und Eventsbereich an. Ausserdem ist er Inhaber der “S.T.O.P Hugo Wetzel” die Dienstleistungen in der Projekt- und Strategieentwicklung ebenfalls im Sportbereich tätigt. Daneben engagiert er sich in alpinen Sportverbänden wie “Alpine Sport Events St. Moritz

 

  • Das Vereinsmitglied Gian Gilli ist Mitglied des Verwaltungsrats der LK International, die Sportartikel und Sportbekleidung herstellt. 

 


Fazit: Auch wirtschaftliche (Eigen-) Interessen spielen bei der Promotion von Olympia 2022 eine Rolle


Die kurze Auflistung einzelner Mitglieder des "Vereins Olympische Winterspiele Graubünden 2022" zeigt: Neben unbestritten viel Engagement in Sport-Stiftungen und Verbänden, könnten die Olympia-Vertreter als regional gut vernetzte "Wirtschaftskapitäne" möglicherweise in den Genuss des einen oder anderen Auftrags kommen. 

Dass unter den vielfältigen Interessensbindungen im Sportbereich auch wirtschaftliche Interessen fallen, ist aber nicht weiter verwerflich. So ist klar, dass nur ein Vertreter wie Jörg Schild der als Präsident der “Swiss Olympic Association” und “Swiss-Sport Marketing AG” in wichtigen Verbänden und Institutionen Einsitz hat, eine glaubwürdiger Botschafter von Olympia sein kann.

 

Es wäre allerdings interessant zu beobachten, wie sich die Wertschöpfungsproduktion bei einer effektiven Durchführung in Graubünden entwickelt und wessen Unternehmen in der Tat davon profitieren würden. 

 

Quelle der Unternehmensdaten: www.infocube.ch