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Welche kantonalen Exekutivmitglieder vom Volk gewählt werden

Geschrieben am 14.Mai.2013

In ein paar Wochen stimmt das Schweizer Stimmvolk über die "Volkswahl des Bundesrats" ab. Die Abstimmungsfrage, ob das Volk künftig über die Zusammensetzung der obersten Landesbehörde bestimmen wird, wurde in den Medien schon aus unterschiedlichen Gesichtspunkten beleuchtet.

 

Die direkte Volkswahl von Exekutivmitgliedern kennt man bislang nur auf kantonaler Ebene. Wir haben uns die wirtschaftliche Stärke der amtierenden kantonalen Exekutivmitglieder angeschaut. Welche Partei über die meisten wirtschaftlichen Interessensbindungen und Stiftungssitze verfügt, erfährt ihr in diesem Blogpost.

 

In der obigen Infografik wird ersichtlich, dass die Mitteparteien nicht nur die meisten kantonalen Regierungsratssitze halten, sondern auch wirtschaftlich am Besten vernetzt sind. Ausserdem scheinen sie gut in der jeweiligen Stiftungslandschaft des Kantons verankert zu sein.

 

Interessanterweise halten nicht die wirtschaftsfreundlichen Freisinnigen sondern die Christdemokraten über die meisten Unternehmensmandate. Dafür überflügelt die FDP-Exekutivmitgliedern die CVP in Sachen Ehrenamt. So hält die FDP 80 Stiftungsmandate, während bei der CVP "nur" 53 davon anheim fallen.

 

Es ist nicht verwerflich, dass Exekutivmitglieder nebenamtliche Aktivitäten ausüben und in Aufsichtsräten von Unternehmen und Stiftungen tätig sind. Viele Verpflichtungen liegen sogar in der "Natur des Amts". So haben Regierungsräte oftmals Einsitz im Verwaltungsrat der Kantonalbanken, da das jeweilige Kantonalbankgesetz eine Regierungsratsvertretung vorsieht. In den Medien wurde diese Zusammensetzung des Kontrollgremiums aufgrund befürchteter Interessenskonflikte jedoch schon oft kritisiert.

 

"Mandatsdichte" bei der jüngsten Partei

 

Die Quantität der Mandatszahlen allein sagt jedoch wenig aus, da die jeweiligen Parteien unterschiedlich stark im Regierungsrat vertreten sind. Wie verhalten sich jene Zahlen zu den jeweiligen Exekutivmitgliedern? Wir haben die jeweiligen Grössen in ein Verhältnis gebracht und die Zahl der Mandate durch die amtierenden Regierungsräte pro Partei dividiert.

 

Mit dem Ergebnis: Die kleine BDP-Partei ist die "wirtschaftslastigste" Partei. Mit ihren insgesamt 4 Regierungsratmitgliedern schweizweit kommt sie auf 3,5 Unternehmensmandate pro Regierungsmitglied.

 

 FDP und SVP in mehr Stiftungen vertreten als SP

 

Überraschenderweise halten die Exekutivmitglieder der SVP (2.2 Mandate pro Exekutivmitglied) und die FDP (1.9 Mandate pro Exekutivmitglied) mehr Stiftungsratsmandate inne als die Sozialdemokraten (1.75 Mandate pro Exekutivmitglied).

 

Ob sich daraus auf ein grösseres "soziales" Engagement der freisinnigen und konservativen Staatsmänner und -frauen schliessen lässt, kann damit allerdings nicht beantwortet werden. Es gibt verschiedene Formen von Stiftungen, die nicht nur gemeinnützigen und karitativen Zwecken dienen. Die verschiedenen Stiftungsmotive haben wir in einem früheren Blogpost beleuchtet.

 

Natürlich lassen sich diese Befunde nicht einfach auf eine allfällige Volkswahl des Bundesrats übertragen. Denn ein Mitglieder der obersten Landesbehörde muss sämtliche Ämter und Mandae bei Annahme seiner Abwahl ablegen. 

 

Die Liste mit sämtlichen Regierungsratsmitgliedern aus allen 26 Kantonen und ihren wirtschaftlichen Mandaten kann bei uns bestellt werden: helpdesk@infocube.ch

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