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Macht sich Frankreichs Gleichstellungspolitik auch in der Schweizer Wirtschaft bemerkbar?

Geschrieben am 30.April.2012

Frankreich wählt in diesen Tagen einen neuen Präsidenten: Nicolas Sarkozy (UMP) oder François Hollande (PS). In Sachen Gleichstellung  hat der amtierende Präsident Nicolas Sarkozy mit seiner im Jahr 2011 eingeführten Frauenquote in französischen Unternehmen einige Dinge ins Rollen gebracht: 20% der Verwaltungsratssitze sind von Frauen besetzt. Bringt man nun das Kriterium „Nationalität“ ins Spiel,  so müssen die ausgewiesenen Erfolge in der Gleichstellungspolitik gerade im Wahlkampf differenziert betrachtet werden. Selbst bei den besagten 8% muss es sich nicht „nur“ um Schweizer Frauen handeln.  So stellt sich -auf unseren Auswertungen basierend- die interessante Frage, inwiefern sich die viel gerühmten Frauenförderungsmassnahmen in Frankreich auch in den Chefetagen von Schweizer Unternehmen bemerkbar machen?

Frankreich wählt in diesen Tagen einen neuen Präsidenten: Nicolas Sarkozy (UMP) oder François Hollande (PS). In Sachen Gleichstellung  hat der amtierende Präsident Nicolas Sarkozy mit seiner im Jahr 2011 eingeführten Frauenquote in französischen Unternehmen einige Dinge ins Rollen gebracht: 20% der Verwaltungsratssitze sind von Frauen besetzt. Laut Gesetz muss 6 Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes, d. h. 2017, der Frauenanteil in den Führungsgremien 40 % erreicht haben.

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Von politischen Kontrahenten wird zwar oft angeprangert, die Regierung Sarkozy hätte seine Hausaufgaben in Sachen Lohndifferenzen und Kinderbetreuung nicht gemacht. Doch Wahlkampf hin oder her- Frankreich hat im europäischen Vergleich eine Spitzenposition inne, was die Frauenvertretung in Kaderpositionen betrifft. Man vergleiche diese Zahl nur mit der Schweizer Wirtschaft, wo gerade mal 8% aller Verwaltungsratssitze von Frauen besetzt sind.

Bringt man nun das Kriterium „Nationalität“ ins Spiel,  so müssen die ausgewiesenen Erfolge in der Gleichstellungspolitik gerade im Wahlkampf differenziert betrachtet werden. Selbst bei den besagten 8% muss es sich nicht „nur“ um Schweizer Frauen handeln.  So stellt sich -auf unseren Auswertungen basierend- die interessante Frage, inwiefern sich die viel gerühmten Frauenförderungsmassnahmen in Frankreich auch in den Chefetagen von Schweizer Unternehmen bemerkbar machen? Konnte man in den 10 Jahren eine Zunahme von Französinnen im Schweizer Kader beobachten? Springen die Französinnen bei den Führungspositionen gar dort in die Presche, wo die einheimischen Frauen fehlen?

Betrachten wir die Zahlen:

In der Tat gab es in den letzten Jahren auch ein Schub bei den französischen Führungskräften hierzulande. Im Jahr 2002 hatten 813 Französinnen eine Führungsposition in einer Schweizer Firma inne. 10 Jahre später sind es sogar deren 3016, die im Management einer Schweizer Firma vertreten sind. Da aber auch bei den männlichen Leuten ein grosses Wachstum zu verzeichnen ist (von 3743 auf 10'717) relativiert sich diese Veränderung. Im Verhältnis zu den Männern beträgt die Zunahme der französischen Managerinnen somit 23%.

FRANKREICH (F= Frauen; M=Männer; ; MGT=Management)

MGT F 2002 813               MGT M 2002 3743

MGT F 2012 3016             MGT M 2012 10'717

Veränderung MGT F 2002-2012 +23%

In strategischen Gremien – dem Verwaltungsrat-  hingegen haben die Französinnen 43% mehr Mandate erobert im Vergleich zu ihren männlichen Mitstreitern. Der Sprung erfolgt hier von 412 auf 1662 Verwaltungsratmandaten. Franzosen, immer noch dominierend in der absoluten Zahl, haben von 3267 auf 8693 zugelegt.

FRANKREICH (F= Frauen; M=Männer; VR=Verwaltungsrat)

VR F 2002 412          VR M 2002 3267

VR F 2012 1662        VR M 2012 8693

Veränderung VR F  2002-2012 +46%

Zum Vergleich: Das Wachstum bei den Schweizerinnen beträgt im Vergleich zu den männlichen Landsleuten im Verwaltungsrat gerade mal 8 %. Und bei den weiblichen Chefs gab es trotz der Steigerung von 47'392 auf 103'872 Managerinnen sogar einen Minustrend von fast 7%! Wie das möglich ist? Ganz einfach: Im gleichen Zeitraum hat das Wachstum bei den Männern massiv zugenommen, was sich natürlich auf das Geschlechtverhältnis beim Total der Mandate auswirkt. So üben im Jahr 2012 238'113 Eidgenossen eine Geschäftsleitungsfunktion in einer Schweizer Firma aus. 10 Jahre vorher waren es deren 98'009.

SCHWEIZ (F= Frauen; M=Männer; MGT=Management; VR= Verwaltungsrat)

VR F 2002    55'906             VR M  2002  207'766

VR F 2012    80'992              VR M 2012    274'096

MGT F 2002   47'392             MGT M 2012  98'009

MGT F 2012    103'872          MGT M 2012 238'113

Veränderung VR F  2002-2012 + 7,6%

Veränderung MGT F 2002-2012 - 6,8 %

Obwohl die prozentualen Wachstumsraten natürlich beeindrucken, sprechen die absoluten Zahlen natürlich immer noch eine klare Sprache. Sowohl in der Schweiz wie auch in Frankreich sind männliche Manager und Verwaltungsräte deutlich in der Überzahl.  Ob nun die Gleichstellungspolitik von Sarkozy und seinem Vorgänger Chirac in Frankreich Früchte getragen hat oder nicht- in der Schweizer Wirtschaft zeitigte die Förderung doch einige Effekte.

Journalisten und Blogger dürfen die Auswertungen über Frauen und -Ausländeranteile beim Management und Verwaltungsrat von Schweizer Firmen (von 1999-2012) gerne via Email bei uns kostenlos bestellen:  marketing[at]infocube.ch

 


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