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Ex-Gewerkschafter mit lukrativen Verwaltungsratsmandaten

Geschrieben am 2.Juli.2013

In der gestrigen Online-Ausgabe der Berner Zeitung und des Tages-Anzeigers (newsnetz) beleuchtete der Journalist Dominik Balmer die Mandate und Gehaltsbezüge von Personalvertretern, die nicht mehr aktiv in einer Gewerkschaft arbeiten.


So sei es nicht ein typisches Phänomen von Wirtschaftsvertretern, dass diese sich für Verwaltungsratssitzungen grosszügig entschädigen lassen. "Das Festhalten an Mandaten und deren Kumulation sowie fürstliche Entschädigungen gibt es auch im Milieu der Gewerkschaften" wird proklamiert.

 

Die aufgedeckten interessanten wirtschaftlichen Verbindungen dreier GewerkschafterInnen haben wir einem kurzen Datencheck unterzogen und für euch anschaulich visualisiert. Die jeweiligen Gewerkschaften, Verbände sowie öffentlichen Institutionen (wie Verwaltungsämter) führen wir leider nicht in unseren Infocube und Teledata-Wirtschaftsdatenbanken (da diese keinen Handelsregister-Eintrag voraussetzen).


Fallbeispiel Nr.1 ist Susanne Blank: Gemäss dem Artikel schied sie bei der Gewerkschaft Travail.Suisse (die dem transfair-Verband angegliedert sei) im Mai 2013 aus und amtet nun bei der SECO. Ihr lukratives Mandat bei der Post aber darf bis zu dessen Terminierung beibehalten.


Hier seht ihr das gesamte wirtschaftliche Beziehungsgeflecht der ehemaligen travail.suisse-Funktionärin Susanne Blank (zum Vergrössern anklicken):


Das Mandate-Netzwerk von Susanne Blank

Das zweite Fallbeispiel ist noch spannender: Der ehemalige transfair-Präsident Hugo Gerber hielt nach seinem Weggang laut dem newsnetz-Artikel als "offizieller Personalvertreter" noch 6 Mandate. Gerber gründete eine eigene Firma, um diese zu verwalten: Die Beraterfirma "Mandate Transfair Hugo Gerber".

 

Die Mandate bei der Kassenkommission Publica des Bundes, der Unfallversicherung SUVA und bei der REKA seien laut seiner Aussage bereits in Auflösung begriffen. Die Verpflichtungen würden dieses Jahr enden.

 

Das Verwaltungsratsmandat bei der Swisscom (welches laut Geschäftsbericht mit 200'000 Franken pro Jahr vergütet wird) dürfte er laut dem Medienartikel bis zum Ende der vorgesehenen Frist beibehalten.

 

Die vielfältigen Personalvertretungsmandate von Hugo Gerber sind unten abgebildet (anklicken zum Vergrössern):

 

Das vielfältige Netzwerk von Hugo Gerber. Er hält trotz seinem Ausschneiden bei transfair mehrere Verwaltungsratsmandate als Personalvertretung bei grossen Unternehmen


Drittes Fallbeispiel: Die ehemalige Tessiner Nationalrätin Chiara Simoneschi-Cortesi, die das Transfair-Präsidium übernimmt, hat hingegen “nur” zwei Mandate. Wie sich ihre wirtschaftlichen Verpflichtungen nach dem Ausscheiden bei Transfair durch die diversen Personalvertretungsmandate verändern wird, wird spannend zu beobachten sein.

Die aktiven und inaktiven Mandate der neuen transfair-Präsidentin Chiara Simoneschi-Cortesi

 

Bei allen aufgezählten Interessensbindungen referenzieren wir auf unser Produkt www.infocube.ch. Sämtliche Verwaltungsratsmandate und andere relevante Wirtschaftsdaten über Persönlichkeiten und Unternehmen könnt ihr auf Infocube selber kostenlos recherchieren.

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