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"Eliteimmigration" aus EU-Ländern nahm trotz Personenfreizügigkeit nicht zu

Geschrieben am 13.Juni.2013

Das Thema Zuwanderung polarisiert und wird in der öffentlichen Diskussion rege diskutiert. Befeuert wurde die Debatte vor einem Monat durch die Aktivierung und Ausdehnung der Ventilklausel durch den Bundesrat auf alle EU-Staaten. Das anhaltende Interesse am Thema verdeutlichte sich bei uns in Form von mehreren Medienanfragen für Datensätze zu ausländischen Mandatsträgern (Verwaltungsräte und/oder Geschäftsleitungsmitgliedern von Unternehmen).

 

Jene Arbeitnehmergruppe wäre nämlich von der Ventilklauselanwendung überdurchschnittlich betroffen, da sie für die Dauer ihres Arbeitsvertrags auf fünfjährige B-Niederlassungen angewiesen sind. Wie ist es also um die Zuwanderung der ausländischen Führungskräfte von Schweizer Firmen bestellt? Diese Frage versuchen wir in diesem  Blogpost anhand von Tabellen, Infografiken und Medienartikeln zu beantworten.

 

Artikel der Artikel der

 

Unten seht ihr die absoluten Zahlen von ausländischen ManagerInnen in der Zeitachse 2005 bis 2013, sortiert nach den meist vertretenen Ausländergruppen im Kader von Schweizer Firmen. Es lohnt sich, ein Augenmerk auf die Differenzen zwischen 2007 und 2009 zu richten.

 

 

Manager 2005 

Manager 2007

Manager 2009

Manager 2011

Manager 2013

Deutschland

7020

9135

11743

14780

18328

Italien

6185

7459

8751

10201

12479

Frankreich

3374

4373

5646

7108

9132

Österreich

1369

1711

2094

2549

3056

Grossbritannien

1094

1373

1878

2427

3179

Portugal

745

1031

1378

1803

2392

Vereinigte Staaten

820

1135

1476

1907

2625

Spanien

876

1084

1292

1523

1831

Niederlande

346

469

639

938

1275

Belgien

456

569

700

849

1044

übrige

8031

10929

13945

17481

22186

 

Unsere Auswertungen sowie auch die redaktionelle Bearbeitung durch die "Finanz und Wirtschaft" (obiger Bildausschnitt, erschienen am 22. Mai 2013) und die "Sonntagszeitung" (obiger Bildausschnitt, erschienen 10. Juni 2013) zeigen: Auf Kaderstufe gab es seit 2005 ein kontinuerliches Wachstum von ausländischen Mandatsträgern bei Schweizer Firmen.

 

So war der Zustrom internationaler Manager und Verwaltungsräte aus dem nahen EU-Raum stetig und nahm  zu keinem Zeitpunkt sprunghaft zu. Der Einfluss der seit 2007 in Kraft getretenen Personenfreizügigkeitsabkommen für die EU-Staaten ist somit nicht signifikant.

 

Mediterrane Staaten legen prozentual am Meisten zu

 

Ein grosses überproportionales Wachstum verzeichnen erstaunlicherweise die Wirtschaftseliten aus den südlicheren EU-Staaten wie Portugal, Italien und Spanien.

 

  Verwaltungsrat-Zunahme 2005-2013 (in %) Management Zunahme 2005-2013 (in %)

Portugal

436.09

321.07

Niederlande

331.11

368.49

Vereinigte Staaten

220.26

320.12

Grossbritannien

252.83

290.58

übrige

274.85

276.25

Frankreich

249.17

270.65

Deutschland

269.28

261.08

Belgien

246.08

228.94

Österreich

236.48

223.22

Spanien

243.43

209.01

Italien

233.34

201.76

 

Im Artikel der "Sonntagszeitung" interpretierte der Journalist diese Bewegungen als direkte Folge der Wirtschaftskrise in jener Region. Das überproportionale Wachstum der südlichen EU-Staaten kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die absoluten Zahlen von Portugiesen und Spanien sich immer noch im knapp vierstelligen Rahmen bewegen (wie die unteren beiden Infografiken zeigen). 

 

Insgesamt entspricht die Herkunft der meist vertretenen Führungskräfte auch der Reihenfolge der grössten Migrationsgemeinschaften in der Schweiz. So gehören Deutschland, Frankreich und Italien zu den Top 3 der internationalen Manager und Verwaltungsräte, die in Chefetagen von Schweizer Unternehmen amten.

 

 

Den Wohnort der ausländischen Mandatsträger lässt sich zwar nicht direkt aus den Handelsregister-Einträgen ableiten. Doch es ist davon auszugehen, dass ein grosser Teil der bezifferten Führungskräfte effektiv in der Schweiz wohnhaft sind.

 

Vor allem dürfte dies bei operativen Kadermitgliedern (Geschäftsleitungsmitglieder und Zeichnungsberechtigten) zutreffen, da jene Leitungsaufgaben zeitintensiv sind und Präsenz bei der Belegschaft vor Ort erfordern.

 

Die detaillierte Auswertungen zu den absoluten und relativen Zahlen der meist vertretenen ausländischen Führungskräfte (im Zeitraum 2005- 2013) von Schweizer Firmen können bei uns jederzeit via Email bestellt werden: helpdesk@infocube.ch

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