Unsere Themen: News   Potenzial   Risiko   Transparenz   Über uns   

 

Die Netzwerke der Alt-Bundesräte

Geschrieben am 9.April.2013

Wenn ehemalige Bundesräte Jobs in der Privatwirtschaft annehmen, die branchenmässig mit den von ihnen geleiteten Departementen in Verbindung stehen, sorgt dies oft für Wirbel. Ausnutzung von Insiderwissen und im Amt gewonnenen wirtschaftlichen Kontakten werden abtretenden Mitgliedern der Landesregierung vorgeworfen.

 

Die Aufregung war zum Beispiel gross, als vor paar Jahren bekannt wurde, dass der ehemalige Infrastruktur-Minister Moritz Leuenberger ein Mandat beim Baukonzern Implenia annahm. Nachdem er vor Kurzem seinen Rücktritt aus dem Verwaltungsrat aufgrund von Meinungsdifferenzen ankündigte, geht er künftig eine neue berufliche Verpflichtung bei der alternativen Investmentgesellschaft “Susi Partners” ein.

 

Wir haben uns die “Seitenwechsel” und aktuellen Netzwerke von 3 ehemaligen Bundesräte etwas genauer angeschaut. Und bei Alt-Magistrat Pascal Couchepin interessante Verbindungen entdeckt.

Eine Visualisierung seines wirtschaftlichen Umfelds zeigt: Die Zahl der direkten Kontakte des ehemaligen UVEK-Bundesrats Moritz Leuenberger hält sich mit 16 Entscheidungsträgern im überschaubaren Rahmen (der Handelsregistereintrag bei den "Susi Partners" ist noch nicht vollzogen worden). Neben der Implenia AG ist Leuenberger in der Schweizerischen Luftfahrtstiftung als Präsident tätig. 

Das Netzwerk von Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger.

Pascal Couchepin engagiert sich zusammen mit Aura Obama für Jugendliche mit Migrationshintergrund


Pascal Couchepin engagiert sich seit seinem Rücktritt im Jahr 2009 in 7 verschiedenen Stiftungen und verfügt damit über Zugang zu rund 60 Mandatsträgern.

  

Die Stiftungen von Alt-Bundesrat Pascal Couchepin

 

Als bekennender Katholik amtet Couchepin auch als Präsident der Stiftung der Schweizer Garde für den Vatikan. Ein Blick auf das gesamte Ratsgremium offenbart weitere bekannte illustre Namen: Daniel Vasella und Konrad Hummler sind im Stiftungsrat der Schweizer Garde vertreten. In der Vergangenheit wirkten auch bekannte Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik wie Flavio Cotti, Stefan Schmidheiny und Bruno Zuppiger in der Stiftung mit. 


Der ehemalige umtriebige FDP-Bundesrat ist auch in der Jugendförderungstiftung “JACOBS Stiftung” tätig und arbeitet dort mit Auma Obama, der älteren Halb-Schwester des US-Präsidenten, zusammen.

 

Das Netzwerk von Alt-Bundesrat Pascal Couchepin. Rot eingekreist sind die Verbindungen zu prominenten Persönlichkeiten aus der Wirtschaft und Politik.


Christoph Blochers Netzwerk eher bescheiden


Anders gestaltet sich natürlich das professionelle Umfeld bei ehemaligen Regierungsmitgliedern, die unfreiwillig aus dem Bundesrat ausgeschieden sind. Diese werden oft von "Filzvorwürfen" verschont. 

 

In der Netzwerkgrafik von Christoph Blocher sind ebenfalls die Verbindungen aus aktiven und inaktiven Mandaten zu erkennen. Wer beim einflussreichen Unternehmer ein breites Geflecht von Bindungen erwartet hatte, wird enttäuscht: Als Wirtschaftsmogul unterhält er seit seinem Austritt bei der EMS Chemie Holding “nur” 11 Verbindungen. Darunter auch wirtschaftliche Beziehungen zu seinen Familienmitgliedern, die fest in die Geschicke des Unternehmens einbindet: Ehefrau Silvia Blocher und seiner Tochter Rahel Blocher, die beide im Verwaltungsrat der Robinvest AG Einsitz haben.



Das Netzwerk von Alt-Bundesrat Christoph Blocher

Geschrieben von Open am
Good point. I hadn't thgohut about it quite that way. :)
Geschrieben von Rajat am
Ja, Thomas hat sicher recht, wenn er sagt, dass der Ausdruck Lfcgenmagazin sehr schfrof ist. Aber ich freue mich unheimlich, dass dieses Magazin verschwindet. Die populistische, schreierische Art des Facts war einfach schlecht. Wenn es Facts in Zukunft nicht mehr gibt, fehlt der Schweizer Medienlandschaft schlicht nichts. Und ja, mein Arbeitgeber war vielfach von der negativen, oberfle4chlichen Berichterstattung von Facts betroffen. Solcher journalismus ist in der heutigen Zeit einfach gefe4hrlich und schadet den serif6s arbeitenden und objektiven Medien sehr. Darum sage auch ich: Bravo, bravo, bravo zum Ende des Facts!
Antwort schreiben



(Ihre E-Mail Adresse wird nicht angezeigt.)


Captcha Code

Click the image to see another captcha.