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BDP und CVP-Frauen sind besser vernetzt als ihre männlichen Kollegen

Geschrieben am 19.Dezember.2013

Die Politologin Silja Häusermann stellte im Interview mit dem SRF fest, dass Politikerinnen heutzutage besser wirtschaftlich und politisch verankert sind als noch zu Zeiten von Elisabeth Kopp. Den Beweis für die verbesserte wirtschaftliche Vernetzung konnten wir anhand einer Auswertung unseres "Business Relationship Rank" der OFWI erbringen. 

 

In diesem Blogartikel listen wir den wirtschaftlichen Vernetzungsgrad der Frauen und Männer sämtlicher Bundeshaus-Fraktionen im Detail auf.

 

Sammeleifer bei den Mandaten hat seit 2011 zugenommen

 

Über den Sammeleifer der National- und StänderätInnen konnte in letzter Zeit wieder viel gelesen werden. So stellte der "Beobachter" fest, dass PolitikerInnen in der 1. Halbzeit der laufenden Legislaturperiode über 147 Mandate und Posten zusätzlich angehäuft haben. Doch welchen Wert haben jene zusätzlichen Interessensbindungen und was sagen die gesammelten Mandate über die Qualität des Netzwerks eines Politikers / einer Politikerin auf?

 

 BRR der OFWI als Indikator für die Stärke und Qualität des Netzwerks

 

Der Business Relationship Rank der Orell Füssli Wirtschaftsinformationen qualifiziert Verbindungen von Personen und Firmen innerhalb ihres direkten Geschäftsumfeldes. Er zeigt auf, wie gut eine Person oder Firma in der Schweizer Wirtschaft vernetzt ist und welche Rolle sie in ihrem Netzwerk einnimmt. Je höher der BRR, desto bedeutender ist diese Person oder Firma innerhalb ihres Netzwerkes.

 

Die Höhe des BRR zwischen 0 (kein Netzwerk) und 100 (ausgezeichnetes Netzwerk) richtet sich dabei nach den folgenden 3 Hauptfaktoren:

 

  • Anzahl der aktiven und ehemaligen Verbindungen laut Handelsregister (Mandate) sowie aktiven und ehemaligen Inhaber- und Beteiligungsverhältnissen

  • BRR-Werte der verbundenen Firmen und Personen

  • Exklusivität der Verbindungen zum direkten Netzwerk

 

Wir haben die Werte für das Schweizer Fernsehen und Radio SRF errechnet und präsentiere diese in der unteren Infografik im Detail.  

 

Frauen in der politischen Mitte übertrumpfen ihre männlichen Parteikollegen

 

Interessante Befunde zeigen sich sich bei der CVP, bei den Grünen und bei den vergleichsweise "jungen" Parteien wie den Grünliberalen und der BDP: In jenen Fraktionen verfügen die Frauen durchschnittlich über die höheren Werte als ihre männlichen Parteikollegen. 

 

Das bedeutet, die Stärke und die Qualität ihres wirtschaftlichen Netzwerks ist vergleichweise hoch. Als Beispiel lassen sich Brigitta Gadient (BDP) mit einem nahezu "perfekten" Wert von 99.18 nennen, ebenso Therese Frösch (Grüne) mit einer BRR-Zahl 98 und die neu gewählte Nationalrätin Isabelle Chevalley der Grünliberalen mit 89 Punkten.  

 

Nicht alle National- und StänderätInnen verfügen jedoch über einen BRR-Wert. In den BRR-Index aufgenommen wird eine Person, wenn sie mindestens ein handelsregisterpflichtiges Mandat inne hat oder der in der Vergangenheit Einsitz im Kader eines Unternehmens oder einer Stiftung hatte. Würde man Frauen und Männer ohne BRR-Werte in der Grundgesamtheit berücksichtigen, so müsste das statistische Mittel der BRR-Werte bei beiden Geschlechtern nach unten nivelliert werden. 

 

Die detaillierte Liste mit allen BRR-Werten der Politikerinnen und Politikern ist für Medienschaffende und Blogger jederzeit erhältlich: helpdesk@infocube.ch 

 

Der BRR-Index ist Bestandteil des Produkts von des Datenuniversums von Teledata, die von der Orell Füssli Wirtschaftsinformationen OFWI betrieben wird . 

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