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Alles nur Abzocker? Das philantropische Engagement der CS-Verwaltungsräte

Geschrieben am 14.Februar.2013

Viele Führungskräfte von Schweizer Unternehmen und vermögende Personen haben Einsitz in zahlreichen kulturellen und karitativen Stiftungen. Die Motivation dahinter ist meist altruistisch und gemeinwohlorientiert. Doch oft dient eine Stiftungstätigkeit auch dem Networking, potenziellen Kooperationen und auch dem Zugang zu Stiftungsvermögen.

Hans-Rudolf Wehrli, neuer Chef des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse, regte im Kontext der Debatte um überrissene Lohnexzessen und Boni von Managern zu einer interessanten Idee an: Die Wirtschafselite sollte sich zu mehr Mäzenentum bekennen und seine soziale und ökologische Verantwortung wahrnehmen.  Was in Amerika schon längst etabliert sei, “stecke” in der Schweiz noch in den Kinderschuhen.

Nicht wenige renommierte Persönlichkeiten der Banken- und Finanzwelt bekleiden jedoch bereits eine Leitungsposition in einer Stiftung. Etliche Führungskräfte der Credit Suisse beispielsweise sind in der Deutschschweizer Stiftungslandschaft gut verankert. Dieses Engagement gerät angesichts des umstrittenen Bonusprogramms des CS-Chefs Brady Dougan oft in Vergessenheit. Doch gehört es offenbar zur Schweizer Philantropiekultur mit den Engagements nicht gross hausieren zu gehen.

3 Beispiele von Engagements von CS-Führungskräften:

  • Verwaltungsratspräsident Urs Rohner beispielsweise ist Stiftungsratspräsident mehrerer Stiftungen, u.a. im Lucerne Festival und der Alfred Escher-Siftung (Stiftung die sich der historisch-kritischen Erforschung von Eschers Schaffen widmet).

 

 

 

Insgesamt haben über 10 Mitglieder der CS-Geschäftsleitung und Verwaltungsrats 40 Stiftungsmandate inne. Ein Grossteil der Verpflichtungen entfällt auf das kulturelle Leben und auf den Bildungs/Forschungssektor im Raum Zürich.

 

Stiftungsvermögen sind auch attraktiv


Sich in einer Stiftung mit wohltätigem Zweck zu engagieren, kann verschiedene Gründe und Motive haben. In erster Linie stehen Gemeinsinn und karitative Motive im Vordergrund. Der Gewinn von Einfluss spielt aber keine unwesentliche Rolle: Mit einem Sitz im Stiftungsrat erhält man direkten Zugang zu anderen Entscheidungsträgern und kann über die Verwaltung des Stiftungsvermögens mitbestimmen. Für Vermögensverwalter und Banken ein attraktives Geschäftfeld also.

In einer unbekannten "Kaderschmiedestiftung" der HSG St.Gallen sitzt fast die gesamte Schweizer Wirtschaftselite

Oft dienen Ämter in Stiftungsgremien auch als Möglichkeit zum informellen Austausch und zum Netzwerken. Eine Stiftung, die uns beispielsweise bei unseren Recherchen immer wieder ins Auge sticht ist, ist die “Stiftung zur Förderung des Studiengangs Master in Law” der Universität Sankt Gallen. Dabei handelt es sich um ein sehr illustres Netzwerk mit namhaften Persönlichkeiten aus der gesamten Schweizer Wirtschafts- und Politikszene.

CS-Präsident Urs Rohner, FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger, Bankier Konrad Hummler, Unternehmer Thomas Schmidheiny, Fifa-Präsident Joseph Blatter und Liftbauer Alfred Schindler sind nur einige interessante Namen, die man in der Mandatsauflistung der Stiftung auf Infocube.ch findet.

 

Ein genauerer Blick auf die Zusammensetzung dieses Stiftungsrats lohnt sich allemal. Wir haben die Liste aufgrund der Länge in 2 Bildausschnitte unterteilt (bitte anklicken).

 

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