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"Zahlen gegen Rechnung" Wieso Bonitätsprüfungen wichtig sind im eCommerce

Geschrieben am 27.Juli.2012

Wirtschaftsdatenbanken spielen im eCommerce eine immere bedeutendere Rolle.

Mancheiner kennt die Situation: Sie möchten auf einem Geschenkeportal einen Gutschein erwerben, ein Kleid im virtuellen Warenkorb ersteigern oder einfach Ihren Flug buchen. Nun ist der gesamte Bestellprozess fast abgewickelt und Sie klicken sich zum letzten "Bezahlungsteil" vor. Dann tritt Ernüchterung bei Ihnen ein: Angeboten werden als Zahlungsoptionen Kreditkarte und vielleicht noch Postkarte. Sie ärgern sich, weil Sie Ihre Kreditkarte nicht dabei haben oder den neuen Sicherheitscode (3D) immer noch nicht eingerichtet haben (die Nummer auf der Kreditkartenrechnung). Und Sie werden misstrauisch, weil Ihnen kein Zahlungsmöglichkeit via Rechnung angeboten wird.

Sicherheitshürden zum Schutz von Konsumenten sind wichtig im e-Commerce. Ein komplizierter Bestellprozess ist aber nach wie vor grosser Conversion-Killer und führt zu einer grossen Abbruchquote bei BesucherInnen einer Website. Erst recht wenn der gewünschte Zahlungsmodus nicht angeboten wird.

In der Schweiz wurden laut einer Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen PwC im letzten Jahr 57% aller Bücher, CDs und Filme, 44% der Computer und 42% aller anderen Elektronikartikel online gekauft. Dabei ist die Vielfalt der Zahlungsmöglichkeiten relevant. Gemäss Thomas Lang und Daniel Ebneter, Verfasser des Buchs "E-Commerce konkret",  definiert der "Business Case", "ob ein Leistungsbezug sofort nach dem Kauf oder nach Eingang der Bezahlung möglich ist"

Das traditionelle "Zahlen gegen Rechnung" ist nach wie vor ein beliebtes Mittel für Transaktionen im Online-Handel und gilt gemäss Lang und Ebneter als "Zahlungsmethode Nr. 1 von Herr und Frau Schweizer". Denn dadurch kann die Ware vor Begleichung zuerst geprüft werden. Ausserdem scheint dieser altbewährte Zahlungsmodus vielen Konsumenten sicherer zu sein.

Für die Anbieter von Online-Shops und im Versandhandel bedeutet die beliebte Zahlungsmethode im B2C-Bereich aber auch eine grosse Herausforderung, "denn sie birgt", laut Lang und Ebneter, "ein nicht zu unterschätzendes Debitorenrisiko".  Gerade im Onlinegeschäft gibt es häufig die Notwendigkeit, Lieferentscheidungen sofort- also real time- zu treffen, um Marktanteile zu sichern und auszubauen. Daher sind verlässliche Wirtschaftsinformationen von grosser Bedeutung.  Denn gute Consumer-Informationen dienen als effektive Frühwarnindikatoren des Zahlungsverhaltens von Konsumenten. Mögliche Ausfallrisiken von Debitoren werden dadurch minimiert. 

Da die Rechnung oft via Post geliefert wird, ist eine Adressprüfung und Adressverifizierung auf Personenebene unumgänglich. Bei bestehenden Kunden müssen allenfalls entstandene Doubletten (bei Umzügen) im CRM-System bereinigt werden.

Wirtschaftsdatenbanken spielen also im eCommerce eine immere bedeutendere Rolle. Milfhilfe von Datenbanken wie Infocube und Teledata können bei Bestelleingang im B2C-Geschäft die wichtigen Consumer-Daten von Interessenten im Nu überprüft und das Zahlungsverhalten gewonnener Kunden über einen längeren Zeitraum  beobachtet werden.

Thomas Lang und Daniel Ebneter weisen in ihrem Buch auf moderne technische Lösungen hin, in denen die verdeckte Bonitätsprüfung bereits gang und gäbe sind.  So gibt ein Kunde darin seine Zahlungsadresse an und wählt als Nächstes seine bevorzugte Zahlungsmethode aus. Zwischen diesen beiden Masken könnte in Sekundenschnelle eine Abfrage der Bonität erfolgen. "Je nach Resultat steht die Option ,Rechnung' bei der Wahl der Zahlungsmittel zur Verfügung oder eben nicht. Eine solche Lösung macht das Risiko für den Shopbetreiber kalkulierbar und erlaubt ehrlichen Kunden nach wie vor gegen Rechnung einzukaufen".