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Warum in Wirtschaftsdatenbanken die Kreditwürdigkeit von Kindern vermerkt wird

Geschrieben am 25.April.2012

Wir staunten nicht schlecht: Mehrere hunderte Auskunfteien und Anfragen für Teledata.ch trudelten letzten Freitag bei unserem Helpdesk via Email ein. Der Begriff "Teledata" gehörte laut Blick am Abend zu den meistgesuchten Suchbegriffen bei Google.

Wir staunten nicht schlecht: Mehrere hunderte Auskunfteien und Anfragen für Teledata.ch trudelten letzten Freitag bei unserem Helpdesk via Email ein. Der Begriff "Teledata" gehörte laut Blick am Abend zu den meistgesuchten Suchbegriffen bei Google. bild12.png

Der Grund: Das Konsumentenschutzmagazin „Temps présent“- ein welsches Pendant zum „Kassensturz“- strahlte am Abend des 19. April 2012 eine Sendung zum Thema Zahlungswürdigkeit von Privatpersonen aus. Dabei wurden 3 Betroffene porträtiert, die aufgrund der schlechten Kreditwürdigkeit mit Problemen bei der Wohnungssuche konfrontiert  waren oder gar betrieben worden sind. Gleichzeitig beleuchteten die Sendungsmacher die Bonitäts- und Krediteinstufung durch die grössten und relevantesten Wirtschaftsauskunftsfirmen der Schweiz: Teledata (OFWI), Creditreform und Deltavista.

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Die ganze Sendung könnt ihr euch hier anschauen.

Wirtschaftsdatenbanken sind keine „Sündnerdatenbanken“

Die Sendung bietet uns die ideale Gelegenheit, die Mechanismen und die Logik hinter dem System unser Wirtschaftsdaten genauer zu erklären. So zum Beispiel die Abbildung der Haushaltsstruktur bei teledata.ch: Kritisch wurde in diesem Zusammenhang in der Sendung angemerkt, dass selbst Kinder und Babys von schlechten Zahlern mit Namen und Geburtsdatum „fichiert“ seien. Diese haben sich gemäss den Betroffenen ja nichts zu Schulden lassen kommen. Was auch plausibel klingt. Nur: Diese vorherrschende Meinung der Daten- und Konsumentschützer (sowie einer breiten Öffentlichkeit) basiert auf einer falschen Vorstellung über Wirtschaftsauskunfteien. Einträge in Wirtschaftsdatenbanken sind nicht gleichzusetzen mit Strafregistereinträgen, die nur durch eine unrechtmässige Handlungen oder Delikten überhaupt erst entstehen.  Gerade WEIL Angehörige als unabhängige Privatpersonen gehandhabt werden sollen, werden sie in den Wirtschaftsdaten vermerkt.

Schutz für Kinder von schlechten Zahlern

Berühmte Beispiele für den „Missbrauch“von Kindern für eigene Konsumzwecke lassen sich im Bereich E-Commerce, oder auch Online-Shopping genannt, finden. So bestellen Konsumenten im Wissen ihrer schlechten Kreditbeurteilung Produkte über die Namen ihrer Kinder. Ein fiktives Beispiel: Beim Namen "Theo Müller" regt sich beim Verkäufer eines Versandhauses bei der gängigen Prüfung einer eingegangenen Bestellung via Internet noch keinen Verdacht. Wüsste der Verkäufer über das Geburtsdatum Theo Müllers Bescheid,  nämlich der 11.6.2007, würde er jedoch mehr als nur stutzig werden. Auf der kostenlosen HR-Datenplattform infocube.ch sieht der Verkäufer zudem, dass bei der angegebenen Adresse noch ein anderer Herr Müller mit Vornamen Matthias wohnhaft ist. Durch die Analyse der Haushaltsstruktur von Theo Müller auf teledata.ch mit zusätzlicher Abfrage der Bonitätsinformationen weiss der Verkäufer nun, was faul an der Sache ist: Vater Matthias Müller, im gleichen Haushalt lebend mit Jahrgang 1972, weist bei der Kreditbeurteilung ein tiefrotes "E" (= sehr schlechte Kreditwürdigkeit) aus. Somit ist Matthias Müller vermutlich der wahre Absender der eingegangenen Versandhausbestellung. Die er im Namen seines Sohnes ausgeführt hat. 

Die Überprüfung potenzieller Kunden und Konsumenten durch die Recherche in Wirtschaftsdatenbanken dient dem Versandhaus als Präventionsinstrument vor Debitorausfällen. Aber auch die Kinder haben dadurch die Chance auf eine"weisse" Weste. Sie werden durch einen eigenständigen Eintrag in den Wirtschaftsdatenbanken ebenfalls geschützt und bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs mit der Note "B" (=normale Kreditwürdigkeit) klassifiziert. Sollten die Elternteile im Namen ihrer Kinder Einkäufe tätigen und die entsprechenden Rechnungen bis zur Betreibung nicht begleichen, so hat dies keine Auswirkungen auf deren Klassifizierung.  D.h. die Note B bleibt damit unangetastet und wird nicht durch allfällige Altlasten oder Versäumnisse der Eltern tangiert. Erst bei Volljährigkeit des Kindes hat sein Zahlungsverhalten Auswirkungen auf das entsprechende Bonitäts-Rating.

Welchen Kriterien der Klassifizierung von A bis E zugrunde liegen, erklären wir euch im nächsten Blogpost.

 

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