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Anlagebetrüger entlarvt oder nicht alles was glänzt ist Gold

Geschrieben am 26.April.2012

Im Sommer 2011 ging bei unserem Recherche-Team eine Anfrage zur Überprüfung einer gewissen Firma „Swiss Invest“ ein, die als angebliche Investorin für ein 60 Mio-Euro Thermenprojekt in Österreich in Erscheinung trat und Anleger für dieses Projekt suchte. Als einziger Verwaltungsrat figurierte ein gewisser Herr M., der laut Teledata mit Betreibungen von rund CHF 29 Mio und mit Pfändungsverlustscheinen registriert war. Dies allein waren bereits genug Fakten, um dem Kunden von einem Engagement in dieser Firma abzuraten.

m Sommer 2011 ging bei unserem Recherche-Team eine Anfrage zur Überprüfung einer gewissen Firma „Swiss Invest“ ein, die als angebliche Investorin für ein 60 Mio-Euro Thermenprojekt in Österreich in Erscheinung trat und Anleger für dieses Projekt suchte. Als einziger Verwaltungsrat figurierte ein gewisser Herr M., der laut Teledata mit Betreibungen von rund CHF 29 Mio und mit Pfändungsverlustscheinen registriert war. Dies allein waren bereits genug Fakten, um dem Kunden von einem Engagement in dieser Firma abzuraten.

Interessant war jedoch die Tatsache, dass sich die Firmenadresse der „Swiss Invest“ am gleichen Domizil befand wie vier Firmen von einem gewissen Dr. Marcel W., ein einschlägig bekannter und verurteilter Anlagebetrüger. In der Vergangenheit suchte er Anleger für Börseninvestitionen oder lockte mit dem grossen Geld im Stahlhandel. Wie sich später herausstellte, wurde das investierte Geld vor allem zur Deckung seiner Schulden und für die Finanzierung seines Lebenswandels eingesetzt.

Sein „Meisterstück“ jedoch war der Kauf und die Vermarktung des so genannten „Heiligen Grals“: 2001 fanden Sporttaucher im Chiemsee einen fast 11 Kilogramm schweren Goldkessel, der mit keltischen Motiven verziert war. Experten vermuteten, dass es sich um eine Fälschung aus den Dreissigerjahren handle. Andere Kreise brachten den Kessel in Verbindung mit den Nationalsozialisten, woraufhin die Medien Witze über „Hitlers Nachttopf“ verbreiteten (Spiegel 33/2002). Und dann gab es natürlich jene die glaubten, der goldene Kessel sei tatsächlich der Gral und verhelfe seinem Besitzer zu ewigem Leben (TagesAnzeiger, 26.10.2010).

Dr. W. jedenfalls witterte das grosse Geschäft und erwarb den Goldpott 2005 für 300‘000 Euro vom Staat Bayern und inszenierte eine überragende Show zur wundersamen Geldvermehrung. In einem Hochglanzprospekt wurde der Kessel zu dem „mit Abstand bedeutendsten Kunstwerk“ hochstilisiert. Der Wert des Topfs betrug nun auf einmal sagenhafte 250 Millionen Euro und soll laut „mehreren Gutachten von Kunstexperten“ die Entstehung zur Zeit der Kelten belegen. In einer Luxusvilla am Zürichsee wurde den interessierten Investoren, die vorwiegend aus Russland und Deutschland stammten, die Details über die Vermarktung des „Heiligen Grals“ vorgestellt. Neben dem Verkauf von Foto-, Buch- und Filmrechten war sogar eine Roadshow geplant, vergleichbar mit jener der Mumie des Pharaos Tutanchamun. Mit dem Kauf von Anteilsscheinen sollten sich die Investoren am Gewinn beteiligen können.

Alsbald witterte eine Investorin aus Kasachstan Betrug und erstattete Anzeige: Tatsächlich wurden die einbezahlten Gelder nicht zur Vermarktung des "Heiligen Grals" sondern zur Tilgung bestehender Schulden von W. verwendet. Über 30 Investoren, unter denen sich sogar Pensionskassen befanden, hatte der promovierte Ökonom um ein erhebliches Vermögen gebracht. Die Staatsanwaltschaft bezifferte die entstandene Schadenssumme auf rund 17,5 Millionen Euro. Der Finanzjongleur wurde zu drei Jahren Haft verurteilt und der Goldtopf zwecks Versteigerung dem Konkursamt St.Gallen übergeben.

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